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Friedhöfe der Laurentiusgemeinde

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> historische Grabdenkmäler
> Kaditzer Linde
> Symbole

Allgemeines

Zur Laurentiusgemeinde gehören insgesamt vier Friedhöfe. Der Markusfriedhof in Pieschen wurde 1886 geweiht und befindet sich an der Rehefelder Straße. Die drei Kaditzer Friedhöfe liegen schön und idyllisch an der Elbe - abseits vom Großstadtlärm und doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Um die Kaditzer Friedhöfe kümmern sich Friedhofsmeister Steffen Vogel und seine Frau Ines. Ihnen liegt besonders die Pflege und Erhaltung der historischen Gebäude und der alten Baumalleen am Herzen. Für sie ist ihr Arbeitsplatz nicht nur eine wichtige Stätte der Verkündigung und Trauerbewältigung, sondern auch ein Stück unserer reichhaltigen Kultur, die es zu bewahren gilt.

Die 3 Kaditzer Friedhöfe sind schön und ruhig gelegen, abseits vom Großstadtlärm und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die gärtnerischen Anlagen wurden in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert und viele Baumaßnahmen durchgeführt. Die Friedhöfe wurden mit einem sehr wertvollem alten Baumbestand und schönen Alleen angelegt. Insgesamt haben wir einen Laubbaumbestand von 275 Bäumen auf allen 3 Friedhöfen. Die Friedhöfe bilden eine grüne Oase und sind sehr wichtig für die Tier- und Pflanzenwelt.

Friedhof Emmauskirche

In der Chronik der Emmauskirche Dresden-Kaditz wird berichtet, dass der Friedhof rings um die Kirche bis 1862 als alleiniger Begräbnisplatz diente. Die ältesten Kirchenbücher gehen bis ins Jahr 1597 zurück. Das Einzugsgebiet war früher - Pieschen, Trachenberge, Radebeul, Serkowitz, Oberlößnitz, Trachau. Die Friedhöfe haben eine Gesamtfläche von 3,1 ha mit ca. 1500 Grablager. Der Eigentümer ist die Ev.- Luth. Laurentiuskirchgemeinde.

Franzosenfriedhof

1862 machte sich eine Erweiterung notwendig, geeignetes angrenzendes Land war nicht vorhanden, so dass der Serkowitzer Friedhof angelegt wurde. 10 Jahre später war auch dieser Friedhof voll belegt, es wurde ein Nachbargrundstück erworben mit einer Gesamtgröße von 0,9 ha. Auf dem Serkowitzer Friedhof finden vorwiegend Urnenbeisetzungen statt. Es finden sich hier auch Gruften von Fabrikbesitzern und Architekten. Pfarrer Nürnberger 1903 - 1922 Kaditzer Pfarrer wurde hier beigesetzt.

Historisches Grabmal auf dem Friedhof Serkowitzerstraße
(Foto: S. Reinhardt)

Urnengrabanlage auf dem Friedhof Serkowitzerstraße
(Foto: privat)

Dieser Friedhof wird auch Franzosenfriedhof genannt. 1870 wurde ein Barackenlager für französische Gefangene auf den Wiesen beidseitig der Flügelwegbrücke errichtet. Unzureichende und ungewohnte Kost verursachte bei vielen Gefangenen Beschwerden. Dazu kam ein strenger Winter - Elbe war zugefroren. Bald forderten Krankheiten ihren Tribut. Am 25.12.1870 gab es den ersten Todesfall. In den folgenden 5 Monaten starben an Ruhr, Typhus, Pocken, Blattern insgesamt 116 Gefangene im Alter von 25 - 30 Jahren. 116 französische Kriegsgefangene wurden auf diesem Friedhof beigesetzt. Noch heute existieren ein Sammelgrab für 114 Soldaten und Einzelgräber für zwei Unteroffiziere.

Diese Grabanlage wurden nach ihrer vollständigen Restaurierung am 1.11.2000 durch die franz. Kriegsgräberfürsorge neu eingeweiht. Dafür stellte diese 25 000,00 DM zur Verfügung. Zum 25-jährigen Gedenktag wurde eine Grabplatte vom Königl. Sächs. Militärverein abgelegt. Auf dem Grabstein steht: „Zum Gedächtnis der 1870/1871 verstorbenen französischen Soldaten. Errichtet von euren Landleuten. R.I.P. (latein. Beerdigungsformel) - Sie ruhen in Frieden“ Dazu der Kelch: Leib und Blut Christi enthaltend, symbolisiert damit Nahrung zu ewigem Leben.

2 Unteroffiziere liegen in Einzelgräbern. Beide Gräber hatten ursprünlich ein Holzkreuz. Der Bruder des einen Unteroffiziers ließ eine Grabplatte anfertigen, deshalb ist nur ein Grab mit einem Gedenkstein versehen.


Grabmal der franz. Soldaten
(Foto: S. Reinhardt)

Hinweisschilder an der Friedhofmauer, die auf die Gedenkstätte verweisen
(Foto: privat)

Spitzhausfriedhof

Am 7. Juli 1878 erhielt der 3. Friedhof, auf der Spitzhausstraße mit Umfassungsmauer und Feierhalle, seine Weihe. Die Feierhalle wurde im Jahr 2001 umfassend saniert und gehört zu den schönsten in Dresden. Das aufgehängte Kruzifix stammt von 1690.

Feierhalle Friedhof-Spitzhausstraße
(Foto: S. Reinhardt)

Feierhalle von Innen
(Foto: privat)

Vor dieser Halle wurde 1879 zur Erinnerung an die in den Kriegen 1866 und 1870-71 Gefallenen ein Kriegerdenkmal errichtet. Die feierliche Einweihung dieses Denkmals, das vom Bildhauer Louis Hartenstein in Pieschen angefertigt worden war, erfolgte am 28.9.1879 durch den Ortspfarrer. Nach der Wende wurden außerdem 11 Einzelgräber und ein Sammelgrab für die im Krieg Gefallenen bzw. Bombenopfer wieder angelegt.


Kriegerdenkmal vor der Feierhalle Spitzhausstraße

Denkmal für die Opfer des 2. Weltkrieges

Historisches Grabmal auf dem Friedhof Spitzhausstraße
(Foto: S. Reinhard)

Urnenanlage auf dem Spitzhausfriedhof mit besonderen Gestaltungsrichtlinien

Seit 1995 besteht die Möglichkeit der Beisetzung in der Urnengemeinschaftsanlge auf dem Friedhof Spitzhausstraße in Kaditz. Damit möchte man der Nachfrage nach dieser Bestattungsform entsprechen. Viele Alleinstehende, aber auch zunehmend Menschen, die noch Angehörige haben, äußern den Wunsch anonym bestattet zu werden, da sie Sorge haben, daß ihr Grab nicht besucht und gepflegt wird. Die Urnengemeinschaftsanlage in Kaditz ist als Doppelgrabstelle (2 x 2 m) mit einem Gemeinschaftsmal in der Mitte und einer Grundbepflanzung angelegt.

Im Gegensatz zur anonymen Beisetzung, wie z.B. auf dem Heidefriedhof, wird hier der Name des Verstorbenen mit Geburts- und Sterbejahr auf dem Grabmal genannt. Als kirchlicher Friedhof wollen wir gegen die zunehmende Anonymität eine Alternative bieten.

Gott hat den Menschen bei seinem Namen gerufen, und dies gilt auch angesichts des Todes. Es besteht die Möglichkeit zum Ablegen von Kränzen und Blumengebinden.

Mit 8 Beisetzungen pro Stelle soll die Gemeinschaftsanlage übersichtlich und würdevoll gestaltet werden. Die Gebühr für eine Bestattung ist so bemessen, daß neben den Kosten der Bestattung, Steinmetzkosten, auch die Kosten der gärtnerischen Pflege für die gesamte Ruhezeit eingeschlossen sind.

Verwaltung

Auf unseren Friedhöfen können Sie wählen zwischen:

  • Erdbestattung in einem Reihen- oder Wahlgrab, als Einzel- oder Doppelstelle angelegt;
  • Urnenbeisetzung in einer Reihen- oder Wahlgrabstätte;
  • Urnenbeisetzung in einer Urnengemeinschaftsanlage, vom Beginn bis zum Ende der Ruhefrist ohne persönlichen Aufwand, aber dennoch würdevoll gestaltet angelegt und auf Dauer von uns gepflegt, wobei die Namensnennung mit Geburts- und Sterbejahr auf einem gemeinsamen Grabstein erfolgt.

Die gesetzliche Ruhefrist, auch Nutzungszeit genannt, ist in der Friedhofsordnung geregelt.

Wir beraten Sie und helfen Ihnen gern!


Urnengemeinschaftanlage mit Gedenkstein
auf dem Spitzhausfriedhof

Das Eintreten eines Todesfalls ist ein stets schmerzliches und schwer zu bewältigendes Ereignis. Die Gestaltung der Trauerfeier zur würdigen Abschiednahme mit Familienangehörigen und Freunden ist Angelegenheit der trauernden Familie. Hinsichtlich der Erdbestattung oder Urnenbeisetzung, mit christlicher oder nicht christlicher Trauerfeier oder auch stiller Abschiednahme sind wir für Sie helfende und dienstbare Partner.

Wenn Sie eine kirchliche Trauerfeier wünschen, sollten Sie bald nach Eintreten des Todesfalls Kontakt mit Ihrem zuständigen Pfarramt bzw. Friedhofsverwaltung aufnehmen. Die christliche Trauerfeier ist ein Angebot des Trostes und Beistandes für Leidtragende und der letzte Liebesdienst der Kirche für ein verstorbenes Gemeindeglied. Der Dienst des Pfarrers und des Kantors ist aus diesem Grund kostenlos. Auch wenn ein verstorbenes Familienglied nicht mehr der Kirche angehört hat, wird eine christliche Trauerfeier nicht in jedem Fall ausgeschlossen.

Auf allen Friedhöfen in Kaditz können problemlos Trauerfeiern anderer Kirchen und Gemeinschaften und auch weltliche Feiern stattfinden.

Unsere Friedhöfe verfügen über eine eigene Kühlzelle, so dass Sie den Tag der Aufbahrung und Abschiednahme im gesetzlich vorgeschriebenen Zeitrahmen selbst bestimmen können.

Zu den finanziellen Aufwendungen

In der Gebührenordnung unserer Friedhöfe sind alle Gebühren für Trauerfeier zur Bestattung und Beisetzung, für die Nutzung, Unterhaltung, Verlängerung und Auflösung von Grabstätten für den Auftraggeber übersichtlich geregelt. Das Gebührenniveau entspricht dabei im Ganzen gesehen dem der Mehrheit Dresdner Friedhöfe.

Die Gebühren - und auch Friedhofsordnung können Sie in der Friedhofsverwaltung (Altkaditz 29) einsehen.

Die Grabpflegeleistungen

Grabpflegeleistungen werden gern von uns übernommen. Wir bieten alle Leistungen rund um die Grabpflege und beraten Sie auch gern hinsichtlich der Anlage und Gestaltung Ihrer Grabstätte.

Es besteht auch die Möglichkeit, schon zu Lebzeiten, mit einem Grabpflegevorauszahlungsvertrag die Pflege seines Grabes auf einen bestimmten Zeitraum nach seinem Ableben zu sichern.

Unseren Nutzern und Besuchern sind wir dankbar für jeden Hinweis und Hilfe. Wir bemühen uns mit unseren Mitarbeitern intensiv und verantwortungsbewusst um den Erhalt unserer historischen Gebäude und Pflege der wertvollen Baumalleen und Anlagen.

Auch in Zukunft möchten wir den Friedhof als würdige Stätte des Gedenkens und Erinnern erhalten.

Friedhofsverwaltung

Mit Ihren Wünschen und Fragen können Sie sich gern an die Friedhofsverwaltung wenden:

Friedhofsverwaltung der Ev.- Luth. Laurentiuskirchgemeinde Dresden-Kaditz
Serkowitzer Str. 39
01139 Dresden

Ansprechpartner:
Friedhofsmeister Steffen Vogel
Telefon: 0351/8361964
Fax: 0351/8737947
Email: friedhof-dresden-kaditz@t-online.de

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10.00 - 12.00 Uhr
Di 10.00 - 12.00 und
15.00 - 17.00 Uhr
Mi geschlossen

Auch außerhalb der Sprechzeiten sind wir nach vorheriger Absprache gern für Sie da.

historische Grabdenkmäler

Vor der Emmauskirche befindet sich das Ehrenmal für die in den beiden Weltkriegen gefallenen Kaditzer, Micktener u. Übigauer Soldaten. Am 27.5.1934 erfolgte die Weihung. 1968 wurden die Jahreszahlen 1939-1945 ergänzt.

Ehrenmal vor der Emmauskirche

Historische Grabmäler auf dem Kirchfriedhof
(Foto: S. Reinhardt)

Der Kirchfriedhof bei der Emmauskirche besitzt eine Reihe sehr alter und historischer Grabdenkmäler aus dem vorigen Jahrhundert. Der älteste Grabstein ist aus dem 18. Jahrhundert vermutlich 1730 - 1750.

Kaditzer Linde

Die 1000 jährigen Linde ist ein besonderes Denkmal unserer Gemeinde. Das Alter ist nicht eindeutig zu bestimmen, aber Schätzungen gehen von 800 bis 1000 Jahren aus (Vermutung, dass sie bei Erbauung der Kapelle gepflanzt wurde). 1909 steht z. B. in den sächsischen Nachrichten geschrieben: Zitat: Zu den ältesten Bäumen Sachsens, ja vielleicht Deutschlands, gehört die gewaltige Linde auf dem Friedhofe des Dorfes Kaditz, der Umfang betrug 12,5 und der Durchmesser 4 m.

Sie hat einige Brände erlebt und dabei die angrenzende Kirche geschützt. 1818 wo in Kaditz 18 Bauerngüter, 30 Scheunen und das Pfarrhaus brannten, wurde sie so stark verletzt, dass sie von der Seite des Pfarrhauses völlig abstarb und die Öffnung erhielt.

1823 wurde vom damaligen Kantor Ziller berichtet: Zitat: Bemerkenswert ist, dass die Natur die inneren Wände in der Höhlung des Stammes nach und nach wieder mit neuer Rinde überkleidet und dem Stamm neues Leben bereitet hat.

1829 wurden die Äste von Säulen und Balken getragen, die die Form eines Tores hatten. Es mussten regelmäßig die Äste eingekürzt werden, um ein auseinander brechen zu verhindern. Heute wird sie mit Zug- und Bandankern gestützt. Außerdem wird berichtet, dass der Stamm des Baumes im Mittelalter als Pranger diente (Ketten mit Halseisen) für übliche Kirchenbußen.

Symbole

Das Grabmal, dass wir unseren Toten setzen, ist Ausdruck von Verehrung und Dankbarkeit. Sinnbilder eines gelebten Lebens und Glaubens. Die Grabmäler sind so gestaltet, dass sie eine Beziehung und Verbindung zum Toten durch Symbolik und Inschrift darstellen. Es gibt Auskunft über Herkunft, Familie, Beruf, Schicksal - eine Art kleiner Lebenslauf und Bibeltexte.

1000-jährige Linde vor der Emmauskirche

Symbol Bedeutung
Kreuz Glaube
Anker unmittelbar treffendes Bild der Hoffnung des Glaubenden auf die himmlische Seligkeit
Engel Frieden, Trost, Erlösung
Hände mit dem Verstorbenen verbunden
Fackeln das Leben ist erloschen
Palmzweig bezieht sich auf Sieg, Aufstieg, Wiedergeburt und Unsterblichkeit
Efeu Unvergänglichkeit
Lorbeer Ehre
Sonnenstahlen Auferstehung
Mohn Ruhe und Schlaf
Säule (geborsten) Vergänglichkeit des Irdischen
Weinstock Segensymbol (z.B. Ps 104.15 Segen der Endzeit)
Ausdruck von Ruhe und Geborgenheit (Micha 4.4) Wort Jesu: Ich bin der Weinstock des Lebens
Weintraube Christus gleicht der ausgepressten Weintraube, sein Blut am Kreuz ausgepresst - füllt den Kelch der Kirche
andere Erklärung: Abschneiden und Keltern der Traube bevor sie zu Wein wird, gleicht dem irdischen Leiden und Sterben, weißt auf den Übergang zu neuer Lebensqualität.
Schädel Symbol für Vergänglichkeit des Menschen und alles Irdischen.
Taube Symbol des heiligen Geistes, kündigt den göttlichen Frieden an (1.Mose 8,10.12), den der Geist Gottes der Erde zuführte. Die Taube wird häufig in christlicher Kunst dargestellt.


Diese Seite wurde am 08.03.2009 geändert.