Junge Gemeinde auf der Homiliusstraße
Der Eingang zum Keller der Jungen Gemeinde befindet sich im Garten hinter dem Gemeindehaus. Weit reicht der Blick über Wiesen und Felder. Vor einigen Jahren zog sich hier die Stadtgrenze von Dresden entlang - heute flimmern in der Ferne die Lichter des gerade erst neu entstandenen Stadtteils Kaditz-Mickten.
Die Treppe führt ein paar Stufen nach unten. Neben der Tür stehen Gartenstühle, die an gemütliche Sommerabende im Grünen erinnern. Der Keller selbst ähnelt mit seinen Sitzecken, Fotos, Plakaten und Papierarbeiten an der Wand fast schon einer Höhle, in die sich die Jugendlichen zurückziehen.
Das ist der Raum, in dem die etwa fünfzehn Mädchen und Jungen der Laurentius-Kirchgemeinde im Alter zwischen 14 und 18 Jahren das Sagen haben. Hier stellen sie Fragen und versuchen auch, sie zu beantworten. Dabei hilft ihnen Danilo Lämmel, der den Kreis gemeinsam mit vier Jugendlichen leitet und die Veranstaltungen organisiert.
Die meisten kennen sich noch aus der Konfirmandenzeit und freuen sich, einander einmal in der Woche zu sehen, um zu quatschen, aber auch, um ernsthaft zu diskutieren: über ethische Fragen der Gentechnik zum Beispiel, über Schwulsein und nicht zuletzt über Toleranz.
Heute stellt Anna ein Bibelzitat zur Diskussion: "Jeder nun, der irgend diese meine Worte hört und sie tut, den werde ich einen klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf dem Felsen baut...". Eine angeregte Diskussion entfacht sich über den harten Umkehrschluss, dass der, der nicht Gottes Worten folgt, ein törichter Mann sein soll, der sein Haus auf Sand baut. Damit geht es um die Frage, welche Gültigkeit das Bibelwort heute noch hat und wo die individuellen Spielräume christlicher Werte für das eigene Leben liegen ? eine Frage, die sich die Jugendlichen nicht zum ersten Mal stellen...

